Weißtanne 2.0 (beendet)

Weißtannen
 
Ausgangslage

Die vergangenen Jahre können getrost als Boten des eintretenden Klima-wandels gesehen werden. Stürme, Trockenheit, Schädlingsbefall und deren Auswirkungen kennzeichnen seither das forstliche Geschehen.
Die Herausforderung der Waldbewirtschaftenden wird zukünftig noch intensiver auf der Auswahl und der Zusammensetzung von Baumarten liegen. Es gilt ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen leistungsstarken und dienenden sowie Schatt- und Lichtbaumarten zu schaffen.
Die Weißtanne (Abies alba MILL.) kann als leistungsstarke Mischbaumart, die bestandesstabilisierend sowie bodenverbessernd wirkt und zudem ein Holz liefert, das dem der Fichte sehr ähnlich ist, ihren Beitrag zu einer ökologisch und ökonomisch zukunftsfähigen Forstwirtschaft leisten.
Insbesondere in Regionen außerhalb ihres derzeitigen Verbreitungsgebietes fehlt jedoch in der Fläche häufig das Wissen und die Erfahrung um deren erfolgreiche Etablierung, waldbauliche Behandlung sowie ihre differenzierte Standortseignung. Diesen Themen sollte sich das Projekt annehmen.

Projektziele/Projektinhalt


1. Im Rahmen des Projektes sollte eine zentrale Informations- und Koordinationsstelle für Fragen hinsichtlich der Weißtanne gegründet werden. Zudem war es Ziel, für ausgewählte Pilotregionen über das zentrale Projektbüro regionale Sachverständige zu identifizieren, die im Rahmen von Weißtanne 2.0 geschult, mit aktuellen Erkenntnissen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten versorgt werden.
2. Die Erstanlage von bundesweit 59 Dauerbeobachtungsflächen zur Beantwortung der Fragestellung: „Wie überlebt die eingebrachte Weißtanne auf den ausgewählten Standorten innerhalb und außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes?“.
3. Die Beantwortung der Fragestellung „Wie überlebt die eingebrachte Weißtanne auf den ausgewählten Standorten?“ durch langfristiges, wissenschaftlich begleitetes Monitoring.
Auf den Dauerbeobachtungsflächen wurde jeweils die nach Herkunftsempfehlungen der Länder priorisierte Provenienze und zum Vergleich bundesweit einheitlich die rumänische Herkunft "St George" eingebracht.


Aktueller Sachstand/Perspektive


Auch nach Projektende stehen 13 ehrenamtliche regionale Ansprechpartner zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie hier.
Die ersten Ergebnisse zeigen nach drei Vegetationsperioden einen besonders hohen Ausfall bei den deutschen Herkünften 82702 (49 %) und 82707 (43 %).
Die geringsten Ausfallzahlen waren bei den Herkünften 82708 (18 %) und 82707 (21 %) festzustellen.
Den größten durchschnittlichen Höhenzuwachs lieferte mit 15 cm in drei Jahren die Herkunft 82709. Der geringste Zuwachs war bei den Herkünften 82703 und 82707 mit 5 cm zu messen.
Die rumänische Herkunft blieb mit einem mittleren Ausfallprozent von 26 % und einen mittleren Höhenwachstum von 8 cm bisher unauffällig.
Diese Zahlen beziehen sich auf das bundesdeutsche Mittel. In der Einzelbetrachtung der Bestände sind deutlich größere Varietäten zu beobachten.
Im Jahr 2026 wird eine erneute Vollaufnahme der Dauerbeobachtungsflächen durchgeführt.
Den ausführlichen Abschlussbericht finden Sie hier.
Weißtanne 2.0 wurde gefördert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
Förderkennzeichen: 2219NR278
Fördermittelgeber