WILD - WALD - INNOVATION (WiWaldI)Ausgangslage / Problemstellung
Der Klimawandel stellt die Wälder in Deutschland vor existenzielle Herausforderungen. Trockenheit, Stürme und Insekten machen reine Nadel- oder Altersklassenwälder zunehmend anfällig. Gleichzeitig gibt es oft konfliktbeladene Spannungen zwischen Waldbewirtschaftenden und Jagenden, da hohe Wildbestände vielerorts die natürliche Verjüngung und somit die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder erschweren oder sogar verhindern.
Das Vorgängerprojekt BioWild (2015-2021) lieferte wissenschaftliche Grundlagen zur Wechselwirkung zwischen Wilddichte und Biodiversität.
Projektziel
Im Projekt WILD - WALD - INNOVATION (WiWaldI) werden Lösungen für die Entwicklung vielfältiger, im Klimawandel widerstandsfähiger und resilienter Waldökosysteme mit jagdlichen und waldbaulichen Mitteln erarbeitet. Dabei beziehen wir Waldbesitzende, Jägerinnen und Jäger sowie Forstbetriebe aktiv mit ein, um ein abgestimmtes Handeln zu erreichen. Das übergeordnete Ziel ist dabei der Erhalt und die Entwicklung von zukunftsfähigen Wäldern als Lebens- und Wirtschaftsräumen.
In Wäldern der Zukunft herrscht ein Gleichgewicht zwischen gesunden Wildbeständen und der Entwicklung ihrer vielfältigen und vitalen Lebensgrundlage Wald. Um diese Wälder zu etablieren, müssen die Waldbewirtschaftung und die Wilddichten so angepasst werden, dass eine natürliche Waldentwicklung mit den standörtlich vorkommenden Baum-, Strauch- und Krautarten ohne Schutzmaßnahmen gesichert ist.
Projektinhalt
Das Projekt verbindet wissenschaftliche Begleitung mit praktischer Umsetzung in acht Untersuchungsgebieten deutschlandweit: NRW, Saarland, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein). Zentrales Merkmal ist das Netzwerk von Weiserflächenpaaren - jeweils eine gezäunte und eine ungezäunte Fläche - welche zum Teil (N=248) bereits im BioWild-Projekt angelegt und dann im Rahmen von WiWaldI um weitere Weiserflächenpaare (N=97) ergänzt wurden. Diese Flächenpaare dienen dem direkten Vergleich der Vegetationsentwicklung mit und ohne Wildeinfluss und sind gleichzeitig ein wirksames Werkzeug zur Visualisierung und Kommunikation von Wildeinflüssen auf die Waldentwicklung.
Unsere wissenschaftlichen Partner mit eigenen Teilvorhaben sind dabei:
- HAWK und Universität Göttingen: Monitoring der Waldbodenvegetation und Vegetationsgutachten
- TU Dresden: Wildeinflussmonitoring und Insektennahrungsnetze
- TU München: Einfluss von Wildverbiss auf Ökosystemleistungen und Waldstabilität
Aktueller Sachstand / Perspektive
Das Projekt läuft von 2022 - 2027, derzeit haben wir die Datenerhebung fast abgeschlossen und befinden uns in der Umsetzungsphase. Viele bereits erzielte Ergebnisse haben wir schon publiziert oder als Handreichungen für die Praxis veröffentlicht (https://www.wild-wald-innovation.de/downloads/)
Im Rahmen von WiWaldI haben wir u.a. als gemeinsames Projekt von Partnern aus Wissenschaft, Jagdpraxis und Waldwirtschaft eine Multiplikatorenschulung zur Fortbildung neuer Referenten für den Waldjäger-Lehrgang durchgeführt, um diesen weiter in die Fläche zu bringen. Der Waldjäger-Lehrgang ist ein möglicher Ansatz, Jagende für die Wirkungen von Wild auf die Waldentwicklung zu sensibilisieren und auf das verantwortungsvollere Mitwirken beim Waldumbau vorzubereiten. Mehr Informationen dazu gibt es hier: https://www.wild-wald-innovation.de/praxisbeispiele-ergebnisse/waldjaeger-lehrgang/
Aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse aus dem Projekt WiWaldI erfahren Sie aus unserem Projektnewsletter, den Sie hier lesen und abonnieren können.
Hier kommen Sie zu unserer Projektwebseite: www.wild-wald-innovation.de
Hier finden Sie Informationen zu qualifizierten Waldbegängen sowie Checklisten und Protokollvorlagen.

