Fortbildung ukrainischer Forstleute

 
Projektleitung: Hans von der Goltz Kontakt: +49 176 301 995 12
 
1. Ausgangslage
Die ukrainische Regierung hat naturgemäße Waldbewirtschaftung für einen erfolgreichen Umbau ukrainischer Wälder im Klimawandel angeordnet. Den ukrainischen Kollegen fehlt die Erfahrung über die Praxis naturgemäßer Waldbewirtschaftung.

2. Projektziel
Die ANW verfügt über langjährige Erfahrung in der Anwendung naturgemäßer Waldbewirtschaftung. Dieses Praxiswissen sollte zunächst ukrainischen Kollegen aus der Mittelgebirgsregion der Karpaten bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden.

3. Projektinhalt
Die ANW-Landesgruppe Sachsen hatte für die ukrainischen Forstleute ein umfassendes bedarfsgerechtes Fortbildungsprogramm ausgearbeitet.
In zwei je fünftägigen Schulungsblöcken wurden jeweils 20 ukrainischen Forstkolleginnen und -kollegen folgende Themen durch die sächsische Landesgruppe der ANW und die sächsische Landesforstverwaltung erlebbar gezeigt und erklärt:
  • Umstellung der Waldbehandlung vom Altersklassenwald zu naturgemäßer Dauerwaldwirtschaft
  • Übungen an verschiedenen Marteloskopen
  • Struktur der Anreicherung von Reinbeständen mit Mischbaumarten unter Berücksichtigung der Auswahl richtiger Pflanzensortimente
  • bestandes- und bodenschonende Holzernteverfahren
  • Walderschließung
  • Holzaufarbeitung, Aushaltung und Verkauf
  • Bedeutung von Wild für den Erfolg des Waldumbaus und Einfluss der Jagd
  • Waldmonitoring und Stichprobenverfahren für naturgemäße Waldwirtschaft
Für ein fachlich einwandfreies Dolmetschen sorgte der ukrainische Waldbauprofessor Vasyl Lawnyy, der als ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hervorragend deutsch spricht.

4. Aktueller Sachstand
Inzwischen haben 4 je fünftägige Schulungsblöcke stattgefunden. Vom Landesforstchef bis zum Revierleiter deckten die Teilnehmer die Politik und die forstliche Praxis sehr gelungen ab. Unter anderem durch den Besuch des sächsischen Forstministers Wolfram Günther hat die Veranstaltung auch eine sehr wertschätzende Hilfsbereitschaft Deutschlands für die Ukraine signalisiert. Es ist geplant, in der Ukraine zwei Beispielreviere in den Karpaten einzurichten. Sie sollen von der ANW, der Hochschule Eberswalde und Lviv im Sinne des Praxiserwerbs betreut werden.
Weiterhin ist vorgesehen, ähnliche Schulungsblocks durch die ANW-Landesgruppe Brandenburg für eher kontinentale, von Kiefer und Eiche dominierte Flachlandregionen anzubieten. Eine Entscheidung hängt von den Fördermöglichkeiten des Bundes ab.
engagierte Diskussion über die Entwicklung struktureller Vielfalt in nur 30 Jahren
engagierte Diskussion über die Entwicklung struktureller Vielfalt in nur 30 Jahren (Foto: H. Lehnhausen)
Teilnehmerkreis mit Deutsch Ukrainischer Fahne
Teilnehmerkreis mit Deutsch Ukrainischer Fahne (Foto: Alexander Clauß)
FördermittelgeberDie Förderung des Vorhabens erfolgt (bzw. erfolgte) aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen
Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt (bzw. erfolgte) über die
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter dem Förderkennzeichen: 28I07301